Marktberichte
KUPFER
Aktualisierung: 11.06.2026
Kurse
vom 10.06.2026:
High $ 13.611,00 Low $ 13.395,00 Close $ 13.449,00
Resistance $ 14527,50 // $ 13.730,00 Support $ 13.260,00
Bestände:
LME: 369.575t // SHFE: 169.512t // Comex: 648.843t
Kupfermarkt
zwischen Zollfantasie und Konjunktursorgen
Der Kupfermarkt bleibt von
gegenläufigen Kräften geprägt. Während Spekulationen über mögliche
US-Importzölle und sinkende Lagerbestände die Preise stützen, sorgen die
Eskalation im Nahen Osten sowie zunehmende Sorgen über die weltwirtschaftliche
Entwicklung für Gegenwind. Entsprechend zeigte sich der Markt in den
vergangenen Tagen äußerst volatil und gab zwischenzeitlich deutlich nach.
Der Kupferpreis fällt heute
Morgen auf den niedrigsten Stand seit drei Wochen. Auslöser waren und sind die
erneute Eskalation zwischen den USA und Iran sowie die Sorge, dass steigende
Energiepreise und eine höhere Inflation das globale Wachstum bremsen könnten. Heute
Nacht haben die USA weitere Luftangriffe auf iranische Ziele durchgeführt. Der
Iran erklärte anschließend die Straße von Hormus für geschlossen und kündigte
an, Schiffe, die die Straße passieren möchten, anzugreifen.
Zusätzlichen Druck übten robuste
US-Konjunkturdaten aus, die die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen
erhöhten und den US-Dollar stärkten. Für Industriemetalle bedeutet dies
tendenziell schlechtere Nachfrageperspektiven, da höhere Finanzierungskosten
Investitionen und Industrieproduktion belasten.
Trotz der jüngsten Korrektur
bleibt die Diskussion um mögliche US-Kupferzölle ein zentraler Stützungsfaktor
für den Markt. Bis Ende Juni wird Präsident Donald Trump eine aktualisierte
Empfehlung des Handelsministeriums erhalten. Im Raum stehen Einfuhrzölle von 15
% auf raffiniertes Kupfer ab Januar 2027 sowie später sogar 30 %. Die Aussicht
auf solche Maßnahmen sorgt bereits heute für erhebliche Vorzieheffekte. Die
hohen Preisaufschläge an der COMEX locken weiterhin Metall in die USA, während
die verfügbaren LME-Lagerbestände auf den niedrigsten Stand seit Februar
gesunken sind. Analysten von Morgan Stanley schätzen, dass die USA seit
Jahresbeginn bereits rund 260.000 Tonnen Kupfer zusätzlich importiert und damit
Vorräte für mehr als ein Jahr normaler Importe aufgebaut haben.
Aus China kamen zuletzt erneut widersprüchliche
Impulse. Die Erzeugerpreise stiegen im Mai bereits den dritten Monat in Folge
und erreichten den höchsten Stand seit 2022. Vor allem höhere Preise für
Nichteisenmetalle, Elektronik und KI-bezogene Komponenten spiegeln die
fortschreitende Industrialisierung und den Ausbau der KI-Infrastruktur wider.
Gleichzeitig bleibt die Verbraucherpreisinflation moderat, da die schwache
Konsumnachfrage und sinkende Lebensmittelpreise den Preisauftrieb begrenzen.
Für den Kupfermarkt bedeutet dies zwar weiterhin Unterstützung durch die
Industrie- und Technologiesektoren, eine breit angelegte konjunkturelle
Nachfragebeschleunigung lässt jedoch noch auf sich warten.
Kurzfristig dürfte der Kupfermarkt von
geopolitischen Schlagzeilen, Inflationsdaten und der US-Zolldebatte bestimmt
bleiben. Die anhaltende Lagerabbauphase an der LME sowie strukturelle
Nachfrageimpulse aus der Elektrifizierung und dem Ausbau der KI-Infrastruktur
sprechen jedoch weiterhin für ein grundsätzlich solides Marktumfeld.
Gleichzeitig dürfte die hohe Unsicherheit über Konjunktur, Geldpolitik und
geopolitische Risiken auch in den kommenden Wochen für erhöhte
Preisschwankungen sorgen.
Kupfer (in US Dollar/Tonne)
EURO/DOLLAR
Kurse
vom 10.06.2026:
High 1,1572 Low 1,1530
Resistance 1,2000 Support 1,0176
Inflation rückt Zinserhöhungen wieder in den Fokus
Nach
Monaten der Zinssenkungsfantasie richtet sich der Blick der Finanzmärkte wieder
auf eine mögliche Straffung der US-Geldpolitik. Ausschlaggebend sind die
jüngsten Inflationsdaten aus den USA, die den Preisdruck deutlicher als zuletzt
sichtbar werden lassen. Gleichzeitig sorgt die Entwicklung im Nahen Osten für
steigende Energiepreise und erhöht damit die Risiken für die Preisstabilität.
Die
US-Verbraucherpreise stiegen im Mai gegenüber dem Vorjahr um 4,2 % und damit so
stark wie seit drei Jahren nicht mehr. Auf Monatsbasis legte der
Verbraucherpreisindex um 0,5 % zu und entsprach damit den Erwartungen der
Analysten. Hauptverantwortlich war der kräftige Anstieg der Energiepreise, die
innerhalb eines Jahres um mehr als 23 % zulegten. Allein Benzin verteuerte sich
gegenüber dem Vorjahr um über 40 %.
Auch die
Kerninflation, die Energie- und Lebensmittelpreise ausklammert, stieg leicht
von 2,8 % auf 2,9 %. Zwar blieb der Anstieg moderat, dennoch signalisiert er,
dass der Inflationsdruck über den Energiesektor hinaus bestehen bleibt.
Gleichzeitig sanken die realen Löhne bereits den zweiten Monat in Folge,
wodurch die Kaufkraft der privaten Haushalte weiter unter Druck gerät.
Vor diesem
Hintergrund gilt eine Zinssenkung der US-Notenbank inzwischen als nahezu
ausgeschlossen. Vielmehr wird an den Finanzmärkten wieder über mögliche
Zinserhöhungen diskutiert. Zwar deuten einzelne Komponenten des
Inflationsberichts darauf hin, dass der Einfluss der Importzölle nachlässt,
insgesamt bleibt das Preisniveau jedoch deutlich oberhalb des Inflationsziels
von 2 %. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 52% rechnet man derzeit an den
Finanzmärkten mit einer ersten Zinserhöhung im Oktober.
Hinzu
kommt, dass der robuste Arbeitsmarkt der Notenbank zusätzlichen Spielraum
verschafft, eine restriktive Geldpolitik länger beizubehalten. Mehrere
Fed-Vertreter betonen inzwischen wieder die Priorität der Preisstabilität.
Sollten die Energiepreise hoch bleiben und auf weitere Bereiche der Wirtschaft
ausstrahlen, könnten zusätzliche Zinsschritte wieder auf die Agenda rücken.
Während
sich die Aufmerksamkeit zuletzt fast ausschließlich auf die US-Notenbank
richtete, steht nun auch die Europäische Zentralbank im Fokus. Für die heutige
Sitzung rechnen viele Marktteilnehmer mit einer Zinserhöhung. Hintergrund sind
auch in Europa anhaltende Inflationsrisiken infolge gestiegener Energiepreise.
Damit könnten sowohl die Fed als auch die EZB ihre Geldpolitik länger
restriktiv halten als noch vor wenigen Monaten erwartet.
Die jüngsten Inflationsdaten
sprechen dafür, dass die Phase sinkender Zinsen vorerst beendet ist. Anhaltend
hohe Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und ein robuster Arbeitsmarkt
erschweren eine geldpolitische Lockerung erheblich. Für den Devisenmarkt
bedeutet dies tendenziell Unterstützung für den US-Dollar, da sich die
Zinsdifferenz zwischen den USA und anderen Währungsräumen auf hohem Niveau
halten dürfte. Gleichzeitig bleiben die Risiken für Wachstum und Konsum
bestehen, sodass die Geldpolitik auch in den kommenden Monaten der
entscheidende Taktgeber für die Wechselkursentwicklung bleiben wird.



